Linux ist ein modernes Betriebssystem das Multiuser- (die Fähigkeit mehrere Benutzer an einem Computer zu Verwalten) und Multitasking- (also die Möglichkeit mehrere Programme oder Prozesse zur gleichen Zeit zu bearbeiten) Betrieb bietet. Da Linux auf viele verschiedene Plattformen portiert worden ist, sind die Einsatzmöglichkeiten praktisch unbegrenzt. Ich werde hier die drei wichtigsten etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Linux ist ein Abkömmling der UNIX Familie die auf Servern aller Art läuft und hat die hervorragenden Eigenschaften seiner Eltern - große Absturz-Sicherheit, Multi-User-System, hohe Sicherheit vor Eindringlingen ? mitbekommen, daher ist Linux für den Servereinsatz geboren. Linux kennt fast alle Netzwerkprotokolle und kann deshalb in jedem Netzwerk eingesetzt werden, egal ob als Router, Gateway, Proxy-, Print- oder Fileserver in einer Windows oder Netware Umgebung. Linux kann sich nach aussen hin auch als NT-Server ausgeben damit die Windows-Clients einfacher mit ihm kommunizieren können.
Ein Linuxserver kann über ein Netzwerk ferngesteuert werden, wenn zum Beispiel ein Server abstürzt kann der Administrator von Zuhause per Modem, Netzwerk oder Internet auf den Server zugreifen und ihn neu starten. Das ist einer der gründe warum Linuxserver nach einem Absturz schneller wieder am Netz hängen als ein Windowsserver wo der Administrator nur direkt an dem Server arbeiten kann. Hier nun einige Beispiele für verschiedene Server:
Mailserver sind Programme, die eMails annehmen, verschicken oder zwischenlagern. Wenn
jemand ihnen eine Mail schickt, dann wird diese von ihrem Mailclient an einen Server weitergeleitet. Dieser schickt dann
die Botschaft an die Domain bei der die Adresse angelegt ist. Der empfangende Mailserver, speichert dann die Mail
solange bis der Benutzer sie abholt. GMX betreibt z.B. einen Park aus 18 Servern mit einem eigens entwickelten Linux
Betriebs- und Mailsystem.
Proxyserver sind
Zwischenstationen in einem Netzwerk. Bei uns in der Schule zum Beispiel sind alle Computer miteinander vernetzt, doch
nur einer hat einen Zugang zum Internet. Dieser eine Computer steuert die Zugriffe auf das Internet der ganzen anderen
PCs, speichert aufgerufene Seiten und blockt Angriffe auf das Netzwerk ab. Wenn ein Computer auf das Internet zugreifen
will, schickt dieser eine Anfrage an den Proxy-server der dann auf seinen Festplatten nachschaut ob er diese Seite nicht
dort findet, so kann man viel Geld sparen, da unnötige Verbindungen vermieden werden. Wenn die Seite sich dort nicht
befindet, verbindet sich der Server mit dem Internet und lädt die angeforderten Dateien herunter und schickt diese an
den anfordernden Computer.
Linux stammt zwar von der UNIX-Familie ab, doch es bietet auch eine gute Plattform für den normalen Computer. Linux hat keine sehr großen Ansprüche an seine Hardware, als Minimalkonfiguration benötigt man lediglich eine PC Hardware mit einem Prozessor vom Typ 80386 und 4 MB Speicher. Um mit grafischen Oberflächen zu arbeiten sollte, man 16 MB Speicher besitzen. Ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit von Linux, birgt der Kinofilm Titanic. In diesem Film wurden die Tricksequenzen auf einem Cluster (also einer Vernetzung vieler Maschinen) von DEC Alpha Rechnern unter Linux gerendert. So entstand eine der realistischsten Animationen der letzen Zeit. Seit der Einführung hat sich vieles getan, so ist das Betriebssystem von der reinen Textebene inzwischen zu einer leistungsfähigen graphischen Plattform gereift, die von der Bedienung her, Windows in nichts nachsteht. Die etwas kompliziertere Installation eines Linux-Systems wird dann aber mit einem gegenüber der Konkurrenz sehr viel stabileren und schnelleren PC belohnt für das es eine riesige Auswahl an Software gibt. Netzwerk und Softwareentwicklung sind für Linux selbstverständlich, deshalb ist die Anbindung an das Internet für einen Linux-PC genauso ungewöhnlich wie eine Reihe von Compilern und Debuggern für die verschiedensten Programmier- und Skriptsprachen.
Um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen braucht man ein Graphisches Benutzerinterface, denn die Komandozeile ist heute nicht mehr zeitgemäß. Mit dem K Desktop Environment ist Linux einen grossen Schritt weiter in Richtung Windows, denn dieser Windowmanager bietet alles was ein verwöhnter User braucht: ein Office-Paket, einfache Bedienung und Administration des Systems sowie allerlei Tools für den täglichen Gebrauch .
Ein weiteres sehr interessantes Einsatzgebiet von Linux sind die so genannten Embedded Systems (gemeint ist damit die Software die zum Beispiel auf Handys oder Mp3-Playern läuft und die Hardware steuert). Diese Software wird für jedes Gerät speziell auf das Einsatzgebiet programmiert um so wenig Speicherplatz wie möglich zu verbrauchen. Der Linux-Kernel ist ein komplettes Betriebssystem und doch (in der Minimalversion) nur ein paar Kilobytes gross. Diese Eigenschaft macht Linux zu einer idealen Lösung. Die in den Kernel integrierten Netzwerkfunktionen vereinfachen die Kommunikation mit der Umwelt.
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